Erstellung einer Festplattenkopie des Pontis MS300 Media-Servers


Der Digital Music Server MS300 von PONTIS Media arbeitet intern mit einer handelsüblichen 3,5"-IDE-Festplatte. Für die 80 GB-Version kommt eine Festplatte von Seagate mit der Modellbezeichnung ST380012ACE zum Einsatz. Eine Festplatte speziell für Consumer Electronics (CE).

Die eingebaute Festplatte lässt sich meiner Erfahrung nach nur mit dd kopieren (partimage - wie auch diverse andere Imageprogramme - erstellen zwar eine augenscheinlich gute Kopie, der MS300 bootet damit jedoch nicht). dd ist ein Linuxprogramm und bei allen bekannten Distributionen im Lieferumfang enthalten. Windows-Usern hilft an dieser Stelle Knoppix oder Kanotix weiter.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten:


Direkte Kopie der HD

Dafür wird eine zweite Festplatte benötigt, die eine Kapazität von mindestens ebenfalls 80 GB aufweisst (größer ist möglich). Beide Platten werden nun an den PC angeschlossen. Für das folgende Beispiel werden zwei Annahmen getroffen:
→ Die Originalplatte des MS300 ist /dev/hda
→ Die Zweitplatte ist /dev/hdb

Weder Quell- noch Zielplatte werden gemountet!

Nun kann die Spiegelung gestartet werden: dd if=/dev/hda bs=512 of=/dev/hdb (als root!)

dd läuft solange, bis kein weiterer Sektor mehr gelesen werden kann und bricht dann mit einer "Fehlermeldung" (die keine ist) ab. Mit dem Befehl top in einer zweiten Bash kann nebenher überprüft werden, ob dd noch am Arbeiten ist - was recht hilfreich ist, denn diese Spiegelung kann sehr lange dauern (1h und mehr).

Nun kann die Zweitplatte testweise an den MS300 angeschlossen werden (die Stromversorgung ist während sämtlichen Umbauarbeiten ausgesteckt!). Der MS300 sollte nun problemlos hochfahren. Ein kleiner Funktionstest schadet an dieser Stelle auch nicht (Music Explorer, Drive Statistic, ... aufrufen).

Verfügt die Zweitplatte über mehr Kapazität als 80 GB, muss nun noch mit einem Partitionierprogramm (z.B. qtparted unter Linux) die letzte Partition (in obigem Beispiel wäre das die /dev/hdb3 auf die maximale Größe aufgezogen werden.

Ist auch nach dieser Veränderung ein Funktionstest erfolgreich, kann die neue Platte endgültig eingebaut werden.

Erstellung einer Imagedatei der Platte

Von der Originalplatte kann alternativ (oder auch zusätzlich) eine Imagedatei erstellt werden. Dazu wird die MS300-HD an den PC angeschlossen, und ebenfalls nicht gemountet.

Die Erstellung der Imagedatei erfolgt dann mit: dd if=/dev/hda bs=512 | gzip -9 > /[Verzeichnis]/backup_hda.img.gz
[Verzeichnis] ist ein Platzhalter für einen beliebigen, beschreibbaren Pfad einer anderen Festplatte.

Ein solches Image kann mit gzip -c -d /[Verzeichnis]/backup_hda.img.gz | dd of=/dev/hda bs=512 wiederhergestellt werden.

Der Nachteil bei dieser Variante: dd sichert Sektor für Sektor, bei dieser 80 GB Festplatte wird das Image demnach sehr groß. Falls verfügbar, bietet sich in diesem Fall ein "Umweg" über eine deutlich kleinere Festplatte an (z.B. 4 GB). Dazu muss - am besten auf einer bereits kopierten 80 GB Platte - die dritte Partition im Originalzustand auf den minimalsten Wert verkleinert werden (auch mit qtparted realisierbar) - die Gesamtgröße muss kleiner als in diesem Fall 4 GB sein. Dann kann diese 80 GB Platte mit ihren Partitionen kleiner 4 GB auf die "echte" 4 GB Festplatte kopiert werden (wieder mit dd, s.o.). Nachfolgend kann man auf der 4 GB Platte die dritte Partition auf ihr Maximum vergrößern. Nun hat man die Möglichkeit, von dieser kleinen Platte ein vollständiges Image zu erstellen, welches sich problemlos auf eine DVD brennen lässt.


Kleiner Hinweis am Rande:
Die Vorgehensweise nach dieser Anleitung erfolgt ausschliesslich auf eigene Gefahr! Garantieansprüche sämtlicher Art gegenüber dem Hersteller werden dadurch unwirksam. Grundkenntnisse in Linux und im Handhaben von elektronischen Komponenten werden vorausgesetzt, viele Befehle erfordern root-Rechte.
Außerdem ist diese Anleitung natürlich nicht an diesen Media-Server gebunden. Mit dieser Anleitung kann prinzipiell jede Festplatte kopiert werden (siehe auch dieser Tipp).